Phermikla
Im Zeichen des Dämons
(c) von Sibylle Ringling


Kapitel 1 - Alles Sand

Es war trocken und heiß in der lärmenden und sandigen Stadt, die als Phermikla bezeichnet wird. Der Himmel liegt dunkel und unheilverkündend über der großen und ausladenden Stadt. Der Sandsturm beginnt: Sand wirbelt plötzlich hoch auf und zog sich zu einer zähen Wolkenwand zusammen, die auch wie eine Wolke aussah. Die dunkle Wolkenwand bewegt sich nun langsam und schwerfällig über die Fläche von Phermikla hinweg. Doch nicht nur das - nein, denn der Sand dringt dabei bis in die einfachsten und entlegensten Häuser der Stadt ein.

In Phermikla gibt es viereckige Häuser, die zwei Stockwerke umfassen. Phermiklische Häuser sind in bunte Pastellfarben, wie gelb, grün, blau und rot bestrichen. Um das viereckige Haus, gibt es eine dünne, viereckige Grünfläche. Es gibt einen angelegten Gartenzaun, um jedes einzelne Haus herum. Ein einzelner Zaunpfahl ist so dargestellt, dass es von oben bis unten eine breitere Fläche gibt. Am oberen Ende läuft der Zaunpfahl zu einem breiteren und spitzen Dreieck zusammen. In der Mitte dieses Dreiecks befindet sich oben ein großes Loch, in das man immer stets gut durchschauen kann. Der Zaun mit den unzähligen Phälern um das Grundstück herum, wird von zwei Latten zusammen gehalten, die sich oben und unten an dem jeweils einzelnen Pfahl befinden und von Boden und Dreieck, einen angenehmen Abstand besitzen. Die Latten werden mit einfachen und langen Nägeln durchgeschlagen und werden auf diese Art und Weise befestigt.

Jedes Haus in Phermikla besitzt eine kleine, gemeine Besonderheit, die gerade für diese schlimmen Sandstürme von besonderer Bedeutung sind. Es gibt kleine, rechteckige Fenster, wo außen Eisengitter angebracht sind, damit das Haus gut vor Einbrechern geschützt ist. In Phermikla ist es untypisch, dass Glas als Schutz vor Wind und Wetter an den Fenstern angebracht wird. So kann es sein, dass in den einfachen Häusern und Wohnungen der Stadt auch Sand durch die immer wiederkehrenden Sandstürme einkehren.

Für den normalen Stadtbewohner sind diese wiederkehrenden Sandstürme sehr lästig, denn der einfache Phermiklaner muss dann immer sein Hab und Gut nach dem Abklingen der Sandstürme von dem warmen, stickigen und auch angestauten Sand säubern. Das kann eine sehr nervende Zeitbeschäftigung sein, die der gemeine Phermiklaner als sehr unangenehm empfinden kann. Betroffen sind stets Boden, Stuhl, Tisch, Geschirr, Bett, Schrank und Essen.

Es ist früher Nachmittag. Die große goldene Uhr mit den großen Zeigern in der Stadtmitte von Phermikla zeigen auf vier Uhr, aber die Zeiger werden gerade im Moment durch Stadtbeamte von der Uhr abgetragen und in Sicherheit gebracht, weil die Stadt einen Sturm erwartet. Die goldenen Zeiger sollen durch den aufkommenden Sturm nicht beschädigt werden.

Die Familie Kunör sitzt gerade bei Tee und Kuchen am Küchentisch, als das Gespräch auf den nahenden Sandsturm fällt. "Es kommt ein Sandsturm auf, Mutter," sagt die kleine Elefin und schaut aus dem hohen Fenster. Der Himmel wirkt zunehmends dunkler und bedrohlicher, das beobachtet sie schon die ganze Zeit mit einem beunruhigenden und erdrückendem Gefühl in ihrem Körper.

"Wir sollten den Tee wegschütten und den Kuchen wegschmeißen," sagt die Mutter Firfin besorgt. "Wenn wir einen Sandsturm haben und der Sand durch die offenen Fenster weht, müssen wir unser Essen und Trinken absichern, sonst wird die Nahrung sandig. Deswegen ist es ratsamer, dies zu tun. Elefin, ich habe dir die Anweisung doch gegeben ?" fragt die Mutter mit Nachdruck und hat sie zuvor schon lange angeschaut.

Elefin zieht ein Gesicht und steht schließlich mürrisch und ungewollt auf. Sie freut sich schon zynisch und schlecht gelaunt darauf, wenn der Sandsturm ersteinmal in ihrem bescheidenen Haus gewütet hat. Dann muss die jugendliche Elefin von ihren angehenden 17 Jahren, den Boden säubern und das Geschirr abwischen. Ihre Mutter erinnert sie zudem täglich daran, dass sie diese Tätigkeit zu erfüllen hat. Die Küchenarbeit wegen dem Sandsturm, ist nur ein ungewollter und nicht zu brauchender Zusatz in ihrem Leben.

Elefin greift nach der Kanne mit Tee und schüttet den Tee schließlich in den Ausguss des Spülsteins. Dann spült sie die Kanne leer, trocknet sie ab und stellt sie schließlich in dem Schrank an ihren Platz zurück, wo sie immer steht. Dann geht sie wieder zu dem Tisch zurück, an dem die Familie in der kleinen Küche zusammen isst und stellt das Geschirr zusammen, also Teller und Besteck. Das räumt sie zusammen und stellt es ebenfalls in den Spülstein der Küche. Die Becher, die aus dunklem Ton angefertig sind, kommen noch hinzu.

Ihre Familie sitzt noch bei Tisch zusammen und Elefin will sich mißgelaunt beklagen:"Mutter, warum muss ich immer so viel helfen, wenn ein Sandsturm aufkommt? Und auch sonst ? Mutter, ich empfinde dass immer als so ungerecht," schimpt Elefin auf einmal los. "Ich bin doch noch so jung," setzt sie noch nach. Elefin setzt die Hitze ordentlich zu, doch für eine junge Phermiklanerin, behält man diese Tatsache für sich. Es ist ihr schlichtweg zu warm und die Luft ist zu stickig. Sie schweigt darüber.

Ihre Mutter ist empört und erwidert:" Ich erledige doch auch den ganzen Tag über das Jahr verteilt den Haushalt. Da brauche ich auch schon Unterstützung von dir. Es wäre vorteilhafter, wenn du einfach schweigend deine Arbeit verrichtest. Mein Kind, komm bitte einmal her. Ich brauche doch deine Unterstützung, ich bin auf sie angewiesen."

"Ja, Mutter, ich kann dich verstehen. Ich würde aber trotzdem viel lieber jetzt ein gutes Buch lesen, oder mich auf meinem Bett ausruhen und nichts tun wollen!"

Klatsch ! Das hat gesessen. Mutter Firfin hat ihre Tochter eine Ohrfeige verpasst, weil ihre Mutter auch mal leicht von der vielen Hausarbeit, die so ansteht, die Nerven verlieren kann. Elefin hält sich währenddessen eine Hand auf die schmerzende, rote Stelle im Gesicht und weint. Man sieht deutlich die Fingerabdrücke von ihrer Mutter.

"Mutter, das ist voll gemein. Das habe ich wirklich nicht verdient," beschwert sich Elefin und verlässt die Küche weinend und rennend. Ihre Mutter sieht sie dabei nicht mehr an.

Der Sandsturm hat längst gewütet und ist nun vorbei. Die Hitze und die stickige Sandluft sind erdrückend in Phermikla. Es liegt generell eine Sandschicht von 1,2 Zentimetern in den Häusern verteilt und zwar überall, wo man hinschauen kann. Diese Sandschicht muss nun abgetragen werden. Man nimmt Staubtuch, Besen und einen Eimer mit Wasser und macht sich kräftig an das Abendwerk. Kinder, als auch Jugendliche schimpfen lautstark, weil sie helfen müssen, der vielen Arbeit Herr zu werden.

Es ist auch wirklich viel Arbeit: alle Stühle mit ihren Lehnen, Füßen und Sitzflächen, die aus Holz hergestellt sind, müssen gereingt werden. Ebenso Fußböden, das Geschirr und die Kleidung, sowie ganz große und hohe Kleiderschränke. Das ist dann ein munteres Klettern auf Leitern und so schnell nimmt die Hausarbeit kein Ende !

Wenn ein Sandsturm sich am Abend gelegt hat - meistens hält der Sandsturm nur eine Stunde an und weht dann wieder ab -, erscheinen wiederum nur eine Stunde später die Flitterknäcker in den phermiklischen Häusern. Flitterknäcker sind das bekannte Tiervorkommen in Phermikla. Flitterknäcker sind gelb, fünf Zentimeter groß und sie haben eine runde Form. Flitterknäcker haben Stacheln und sie summen angenehm in den Abend hinein. Das ist die Tageszeit, in dem die Flitterknäcker am häufigsten aktiv sind.

Flitterknäcker sitzen oft an den inneren Hauswänden von Phermikla, die dann und dann gemütlich und warm und voller Leben vor sich hinsummen.

Nach einem Sandsturm verhält es sich mit den Flitterknäckern so, dass sie auch mal schlecht werden, wenn sie durch den aufgenommenen Sand zu schwer werden. Das geschieht aber nur selten. Dann können sie nicht mehr richtig fliegen und platzen. Durch das gelbe Gift, dass durch den kranken und gestorbenen Flitterknäcker ausbricht, kann ein Phermiklaner hohes Fieber bekommen und muss dann gepflegt werden. Ein fiebender Stadtbewohner, der durch das gelbe ausgesonderte Flitterknäcker Gift im Sterben liegt, braucht dann sofort Hilfe von einer weißen Frau, die in dem verwunschenen Wald zurück gezogen lebt, der sich in der Nähe des Königssees befindet. Eine weiße Frau wird dann zu Rate gezogen, weil sie solch einen kranken Körper heilen kann und zwar mit heißem Wasser und guten, angenehm, duftenden Kräutern, die dem Körper das Gift langsam entziehen und der betroffene Phermiklaner dann wieder zu neuen Lebenskräften kommt!

Der verwunschene Wald besitzt auch noch eine Eigenheit: Ertönt Musik aus einer der Waldeszauberflöten, kann es sein, dass der sichtbare Wald bald darauf nicht mehr zu sehen ist. Die weisen Frauen, denen diese Magie obliegt, verwenden die Magie zum Verstecken des Waldes nur in Zeiten der Notwehr, wenn der Wald und die Bewohner von magischen Kräften von außen angegriffen wird.

Wir befinden uns in dem einfachen, phermiklischen Haus von Kurmus Hilbö. Kurmus Hilbö hat seitdem letzten erwähnten Sandsturm ein großes gesundheitliches Problem: er liegt mit einem hohen Fieber im Bett und selbst, wenn er ausreichend Wasser trinkt und mit kühlem Wasser gewaschen wird, stellt sich in den nächsten drei Tagen nach dem Ende des Sandsturms keine Besserung ein. Das ist eigentlich die gängige Zeit, in dem das Fieber, sofern es kein Flitterknäcker Gift ist, sinken soll.

Kurmus ganze Familie war besorgt um seinen Zustand, selbst die kleine Nifier Hilbö. Nifier Hilbö war gerade mal fünf Jahre alt und erkundigt sich als nach ihrem kranken Vater. Sie geht auch jeden Nachmittag für eine lange Zeit zu ihm an sein Krankenbett und hält fest die Hand ihres Vaters. "Er hat hohes Fieber und schwitzt," war eine Stimme in dem Krankenzimmer zu vernehmen.

"Ja, es ist einfach keine Besserung in Sicht und das nach diesen drei gängigen Tagen."

"Ich weiß, die ganze Familie macht sich Sorgen. Was sollen wir tun?"

Diese Unterhaltung führt die Frau von Kurmus Hilbö Vöbis und ihr erwachsener Sohn, Tozius.

"Mama, ich weiß was," platzt es urplötzlich aus der kleinen Nifier Hilbö heraus.

"Mama, wir können doch eine weiße Frau holen, die heilt. Mama ? Ich weiß, dass Vater noch Geld gespart hat," sagt Nilfier plötzlich und geht zu dem Nachttisch von Kurmus Hilbö. Nilfier zog einfach die Schublade auf und dort lagen 800 phermiklische Klappmünzen drin. Ungebraucht wie seit dem ersten Tag an. Vöbis war so überrascht, dass ihr Kind so schlau sein kann. Sie lobt Nilfier sehr und strich ihr stolz über ihren Kopf, wo sich lange, dunkelbraune Haare befinden.

"Das ist eine gute Idee. Tozius, laufe du zu den weißen Frauen, die in dem verwunschenen Wald leben. Dort gibt es ein Kräuterdorf, in dem die Frauen zu finden sind. Das Dorf heißt Huran. Du wirst es schon finden. Dein Auftrag ist es, eine solche weiße Frau herzuholen und beharre vorher bei der Verhandlung, dass sie ka kommen mag, auf gängige Kräutermischungen, die bei Flitterknäcker Gift helfen."

Tozius hat seinen Auftrag verstanden. Tozius nimmt einen Teil des Geldes mit sich und zog sich um. Er trägt nun eine kurze, dunkelbraune Hose und ein unauffälliges, braunes Oberteil, dass kurfristig seine breite Brust verdeckt. Bauch und Bauchnabel waren frei. Dann schlüpft er noch in seine braune Sandalen und verlässt so die Wohnung.

Nachdem Tozius sein Haus verlassen hat, läuft er kreuz und quer in der Stadt herum, bis er an dem großen Marktplatz an einen Stand kommt, wo man Tesütos für 25 phermiklische Klappmünzen für einen Ritt kaufen kann. Nachdem Ausflug, muss man das Pferd bis am späten Abend wieder gesund und munter am dem Stand abgeben, am Besten, bevor der Stand um zehn Uhr abends, bei schönem Wetter, schließt. Wenn ein Sandsturm wütet, sind die kleinen und die großen Marktbuden durch Klappen fest verschlossen und die Waren sind so in Sicherheit. Dennoch muss der eine oder andere Sandinhaber auch seine Waren vor Sand säubern oder zum Beispiel Essen wegwerfen und neues Anordnen. Es kann sein, dass ein Sandsturm, bei der Wärme, die Phermikla immer inne hat, erst wieder nach zwei bis drei Monaten kommt.

Nach einer 20 minütigen Verhandlung, wegen dem Tesüto, sitzt Tozius auf diesem Reittier und reitet zu der vor ihm liegenden Stadtmauer. Die Stadtmauer umfasst eine Höhe von 16 Metern und beinhaltet auch 16 magische Wehrtürme in denen die Magier der Stadt Phermikla wohnen und arbeiten. Die Magier bekommt Tozius allerdings nicht zu sehen und so reitet er zu einem der großen, runden Stadttore, die aus alten Stein gemauert sind. An dem Stadttor wird Tozius von einem der Torwächter angehalten und nach dem Weg gefragt.

"Ich reite mit meinem Tesüto zu dem verwunschenen Wald und muss eine Weise Frau mitbringen," erklärt Tozius dem Wächter.

"Fünf funkelnagelneue Klappmünzen und du kannst durch das Tor passieren," antwortet der Wächter schlecht gelaunt und nimmt die Klappmünzen in Empfang.

Auf einmal schaudert es Tozius. Er sieht die flimmernde Hitze der nahen Wüste vor ihm liegen und denkt drüber nach, Schweiß aushalten zu müssen.

In Phermikla geht eine typische Kunde um, dass Phermiklaner, die eigentlich nur in der Stadt Phermikla beheimatet sind, in jedweder Hitze schwitzen. Die Hitze ist für einen Phermiklaner so unerträglich, dass er gar nicht über das Wort Schweiß nachdenken darf und kann. Nun reitet Tozius matt und lahm auf seinem Tesüto und braucht drei Stunden, um durch einen bekannten und groß angelegten Wüstenweg in den verwunschenen Wald zu gelangen.

Allein in dem Waldanfang war es kühler und Tozius atmet auf. Er reitet schneller und sein Tesüto erholt sich rascher von dem äußerst heißen Wüstenweg. An einem Bachlauf macht Tozius halt und lässt sich und sein Tesüto ordentlich trinken. Dann bricht Tozius zu seinem letzten Weg auf. Tozius hat beinahe auflachen müssen, denn der Weg zu dem Kräuterdorf ist auch noch gut ausgeschildert. Es gibt dunkelgrüne Wegweiser die zu einer bestimmten Waldsieddlung führen, was Dorf bedeuten soll. In dem Dorf angekommen, steigt Tozius von seinem Tesüto. Das pferdeähnliche Wesen, das bei Entspannung zu fauchen anfängt und das dann einige Zeit lang tut, bis es sich wieder beruhigt hat, wird einfach durch ein einfaches, langes Seil an einen Pfahl gebunden. Dann nimmt Tozius seinen braunen Geldbeutel, denn braun ist seine Lieblingsfarbe und er geht auf eine der Waldhütten zu, in dem Tozius einfach eine weise Frau vermutet.

In der Waldhütte angekommen, die von großen und ausladenden Bäumen nur so umwachsen ist, legt Tozius die Geldbörse auf einen einfachen Holztisch ab, an den an den langen Enden zwei Bänke stehen, auf denen mehrere Leute Platz nehmen können. Es gab nicht so die Küche in der Hütte. Vielmehr gab es eine verrußte Feuerstelle, über der ein silberner Topf hängt. Unter dem hängenden Topf ist die Feuerstelle abgekühlt. An der hinteren Wand, steht ein langer, schmaler Tisch und davor steht eine alte, weiße Frau und überlegt sich ein neue Zutat, für den Entzug von Flitterknäcker Gift.

Tozius versteht gleich die Zeichen der Zeit und fragt:"Bist du eine alte weiße Frau ? Ich suche eine solche, denn mein Vater liegt durch das gelbe Flitterknäcker Gift im Sterben. Ich brauche deine Hilfe und Heilung für diese Person. Ich kann auch schon einen Teil des Geldes vorher zahlen." Die alte weiße Frau, war vollschlank. Sie trug einen langen, schwarzem Faltenrock, der ihr bis zu ihren Knöcheln reicht. Sie trägt eine ebenso einfache und normale Bluse, die zu mit ebenfalls schwarzen Knöpfen, geschlossen hält. Ihr Haar ist grau, mit weißen Strähnen durchstreift. Diese Haar trägt sie zu einem schwarzen, strengen Dutt hochgesteckt. Über ihrer schwarzen Kleidung, trägt sie eine graue, emaillierte Schürze, die sie um ihren Hals mit einfachen Strängen zusammen gebunden hat. In ihrer Hand, hält sie eine wohlrichende Wurzel, die sie gerade auf den Abstelltisch legt. Sie wendet sich Toziu zu.

"Ich bin eine alte und weiße Frau. Ich bin 92 Jahre alt und noch sehr fit. Du brauchst keine Angst zu haben. Ich komme gerne mit, um deinen Vater zu heilen. Du wirst sehen, innerhalb von einem Tag an, wird er wieder auf den Beinen sein. Allerdings muss er einen Nacht darüber schlafen. Ach, ich vergesse: nach einem Tag und einer durchgeschlafenen Nacht, ist er wieder gesund. Dein Geld, das dort drüber auf dem Tisch liegt, nehme ich gerne entgegen. Den anderen Teil, gib mir zu Hause. Du brauchst dich nicht zu wundern, auch wir haben unsere Reittiere, die Tesütos sind. Ich muss mir nur eines besorgen, dann reiten wir wieder in die Wüste hinaus," sprach es und handelt auch danach ! Tozio schaut, nachdem er die Waldhütte verlassen hat, hinauf zum dunklen Nachthimmel. "Oh je," denkt er schuldbewusst bei sich. "Jetzt ist es dunkel und ich habe mein Tesüto nicht rechtzeitig an dem Stand in Phermikla abgegeben. Das wird morgen früh Ärger geben." Einige Zeit später reitet Tozius mit der alten Frau aus dem verwunschenen Wald auf ihren Tesütos den Wüstenweg entlang, den Tozius schon auf den Hinweg genommen hat. In der Nacht waren es angenehm kühle Temperaturen in der Wüste und ein starker Wind weht. Um drei Uhr, also lange nach Mitternacht, hat Tozius mit der kräuterkundigen Frau Phermikla erreicht. Sie müssen wieder das Stadttor durchreiten, wo der Wächter allerdings um die Zeit tief und fest schläft und dann wieder kreuz und quer in der Stadt herumreiten, bis Tozius an sein Familien- Haus ankommt. Dann stiegen beide Personen von ihren Tesütos ab und gehen in das Haus von Kurmus Hilbö.

Die alte Kräuterfrau spricht davon, dass man Kurmus Hilbö am Besten die Nacht noch durschlafen lässt, damit der Familienvater am anderen Morgen gut bei "Kräften" sei, um die Heilbehandlung über sich ergehen lassen zu können. Am anderen Morgen, als man sich allseits einen "hohen Sonnenaufgang" gewünscht hat, schreitet die alte Kräuterfrau nun zur Tat. Sie hat extra noch Kräuter aus ihrem Zuhause, das in dem verwunschenen Wald liegt, auf ihre kurze Reise durch die Wüste und Stadt, mitgenommemn. Diese Kräuter kocht die alte Frau nun in siedend heißem Wasser auf und lässt sie angenehm abkühlen. Im Anschluß flöst die alte, weiße Frau Kurmus Hilbö den Heiltrank ein. "Bis heute Abend muss das Fieber gesunken sein. Danach kann er in einen erholsamen Schlaf fallen und morgen ist er wieder gesund. Ihr werdet sehen," beruhigt die alte, weiße Kräuterfrau die Familie und beobachtet den Heilungsprozess von Kurmus Hilbö.

*** Ende - Kapitel 1 ***