Meine Geschichten


Samstagnachmittag bei Großmutter

(c) von Sibylle Ringling

Nachdem Mittagessen ging Jennifer zu ihrer Großmutter. Ihre Großmutter war eine alte Dame und schon 72 Jahre alt. Dennoch war Großmutter Anne so rüstig, dass sie ihren Haushalt ganz alleine machen konnte. Großmutter Anne war eine freundliche Frau und sie hatte graue Haare, die sie zu einem strengen Dutt trug. Anne war sehr kräftig und sie trug über ihre geblümten Kleider immer eine Schürze, denn sie war gegen 10.00 Uhr immer in ihre Küche, wo sie kochte und dann nach dem Mittagessen backte. Die alte Frau besaß auch Haustiere. Sie hatte zwei Hunde und drei Katzen, die versorgt werden mussten. Immer stellte sie den Tieren jeden Tag Wasser und Futter hin. Sie ging mit ihren zwei Hunden auch noch aus. Sie beschwerte sich nie deswegen, denn sie hatte ihre Tiere gern.

Heute, an diesem Samstag, freute sie sich besonders, denn ihre Enkelin Jennifer kam zu Besuch. Jennifer mochte ihre Oma sehr, genauso wie den Kuchen, den Oma jeden Samstag backte. Da der Herbst schon zu Ende ging und es draußen kalt, nass und windig war, wärmte der warme Apfelkuchen Jennifer jedesmal auf, genauso wie der warme Kakao mit ganz viel Sahne extra. Jennifer war in einer dunkelgrünen Hose, einem blaunen Pullover mit V-Ausschnitt und mit einem langen Schal, dicker Jacke und warmen Winterstiefel ausstaffiert. So schlenderte sie den Weg entlang, der zu dem Haus ihrer geliebten Großmutter führte.

Um 14.30 Uhr war es soweit: Jennifer stand vor dem Haus ihrer Großmutter und klingelte an der Tür. Jennifer freute sich sehr, besonders auch auf die beiden Hunde ihrer Großmutter und deren drei Katzen. Jennifer hatte Hunde- und Katzenfutter mitgebracht, beides trug sie schwer beladen auf ihren Armen. Sie stellte das Futter nun vor der Haustüre neben sich. Kurz darauf öffnete sich die Tür und ihre Großmutter erschien vor ihr. Die beiden Hunden schoben sich vor Anne und bellten. Jennifer streichelte jeden Hund einmal vorsicht über den Kopf, dann umarmte sie ihre geliebte Großmutter.

"Hallo Großmutter. Ich bin da und habe dir auch wie versprochen das Tierfutter mitgebracht. Hier ist es, es steht neben mir," sagte Jennifer und deutete auf das Fressen der Tiere hin. "Komm doch herein," lud die Großmutter sie ein und Jennifer passierte die Tür. Sie steuerte auf das Wohnzimmer ihrer Großmutter zu und entdeckte, dass der große runde Eichenholz Tisch, der in der Mitte des Raumes stand, schon für den Tee um 15.00 Uhr gedeckt war. Jennifer flonste sich auf die Coach und schaltete den Fernseher ein. Es gab irgendeinen Film, der ihr gefiel. Währenddessen hatte die Oma schon das Hundefutter weggestellt und bereitete Tee in der Küche zu. Es war ein Tee, den Jennifer besonders liebte. Inzwische war der Tee fertig und Oma kam mit einem großem Tablett aus der Küche in das Wohnzimmer gelaufen. Auf dem Tablett stand eine durchsichtige Teekanne aus Glas und zwei bunte Tassen. Oma Anne stellte das Tablett auf einen kleinen Tisch, der neben dem Sofa stand ab und schenkte in beide Tassen, warmen, dampfenden Tee ein. Jennifer nahm sich eine Tasse und trank den gut schmeckenden Tee.

"Setz dich ordentlicher hin, sonst schimpft deine Mutter wieder, wenn sie das mitbekommt," sagte Oma Anne schlecht gelaunt zu ihrer Enkelin. Jennifer maulte und kam der Aufforderung nach. "Jetzt habe ich dich gleich wieder ein bisschen lieber," sagte ihre Oma lächelnd und deutete auf die Uhr. "Es ist gleich 15.00 Uhr. Manuela und Kerstin sind heute hier. Möchtest du sie nach dem Kaffee sehen ? Sie spielen schon draußen auf der Straße."

Oma Anne wohnte in einer Straße, die eine Spielstraße war und wo keine Autos fuhren, oder nur sehr selten und dann auch ganz langsam. Die junge Enkelin meinte: "Gerne Oma, ich freue mich schon darauf, beide wieder zu sehen. Ich habe sie wochenlang nicht gesehen. Wir spielen bestimmt wieder verstecken oder fangen." "So, jetzt komm und setz dich an den Tisch. Der Tee ist schon angerichtet, ich habe zwei Kannen gekocht, ich muss die andere Kanne noch holen." Die alte Anne stand auf und ging in die Küche. Sie kam mit einem erneuten Tablett zurück. Sie stellte die Teekanne auf den großen Wohnzimmertisch und goß ihrer Enkelin und sich guten Kirschtee ein. Köstlicher Duft von warmen Tee und warmen, frisch gebackenen Apfelkuchen zog durch die Wohnung. Jennifer ließ es sich schmecken. Nachdem Kaffee trinken stand Jennifer auf und sagte:" Ich gehe nach draußen, Großmutter. Danke, dass du mich so bewirtet hast."

Annes Enkelin spielte bis 18.00 Uhr mit ihren Freundinnen. Sie unterhielten sich auch über die Schule und was sie in der nächsten Zeit machen wollten. Dann war der Tag bei Großmutter auch schon zu Ende. Jennifer verabschiedete sich von ihren Freundinnen und ihrer Oma und ging zu ihren Eltern nach Hause.