Meine Geschichten


Feierabend

(c) von Sibylle Ringling

Es war Mittwochabend. Mittwochabend gegen 18:00 Uhr und Herr Müller fuhr von seiner Arbeit nach Hause. Er war Installateur und hatte an diesem Arbeitstag einige Kunden betreut. Eigentlich zu viel für seinen Geschmack, aber er hatte den vollen Arbeitstag trotzdem ganz gut hinter sich gebracht. Nun dachte er an seine liebe Frau und an sein zu Hause. "Was würde es wohl leckeres zum Abendessen geben ?", fragte er sich und fuhr die Autobahn entlang, die ihn nach Hause brachte. Die Autobahn war frei. Er hörte irgendeinen Radiosender mit guter Musik. Er war alles in allem sehr geschafft von seiner Arbeit und wollte trotzdem noch seiner lieben Frau mit irgendeinem Geschenk überraschen. Ein Gedanke legte sich ihm gleich nahe. Er wollte ihr einen Strauß aller schönster Blumen schenken. Es mussten natürlich auch gleich rote Rosen sein. Er wollte Hannah mit einem Strauß von 20 roten Rosen überraschen. Also steuerte er gleich das nächste Blumengeschäft an.

Er hielt bald darauf mit seinem Auto auf dem Parkplatz vor dem Blumengeschäft und stieg aus seinem Wagen. Er riegelte die Wagentür ab. Nun lief er auf den Eingang des Blumengeschäftes zu. In dem Blumengeschäft steuerte er gleich auf die Rosensträuße zu und wurde fündig. Er kaufte einen wunderschönen und entsprechenden Blumenstrauß und eine zusätzliche Karte. Herr Müller ging an die Kasse. Als er im Auto auf dem Fahrersitz saß, schrieb er folgende Worte auf die Karte: "Ich liebe Dich, mein Schatz !" Dann malte er noch kugelschreiber blaue Herzen dabei.

Mit dem Geschenk für seine Frau im Auto, fuhr er nun bequem nach Hause. Er freute sich sehr, seiner Frau das Geschenk, den Rosentrauß und die Karte, überreichen zu dürfen. Zu Hause angekommen, klingelte Wilhelm Müller an der Tür. Seine elfjährige Tochter mit den langen blonden Haaren und der dünnen Figur, öffnete ihm. Er begrüßte seine Tochter, die wegen dem schönen Blumenstrauß nur staunen konnte. "Für wen ist der, Papa?", fragte die Kleine und Wilhelm antwortete:" Für deine Mutter. Wo ist sie eigentlich ?" fragte er hinterher und Marissa antwortete: "In der Küche. Sie kocht gerade Abendessen für uns. Es gibt Spaghetti mit Tomatensoße." Mit diesen Worten hüpfte die Kleine wieder davon und war nicht mehr zu sehen.

Wilhelm stand nun im Wohnzimmer seines Hauses und schloß die Eingangstür. Dann ging er in die Küche, wo er seine Frau mit Schürze am Herd kochend stehen sah. Er trat auf sie zu, während er mit seinem rechten Arm den roten Rosenstrauß hielt. Seine Frau war so in ihrem Tun vertieft, dass sie ihren Mann gar nicht hörte. Wilhelm bemerkte dies und trat nun heimlich auf seine Frau zu. Er stand nun hinter ihr und umarmte sie sachte. Sie erschrak zutiefst, doch ließ sie sich in die Umarmaung fallen. "Wilhelm," sagte sie erfreut, löste sich langsam aus seiner Umarmung und sagte warnend: "Ich mache uns gerade unsere Tomatensoße für die Spaghetti und die Soße spritzt etwas. Pass auf, dass du dich nicht schmutzig machst". Sie legte nun ihre Schürze ab und umarmte ihren Mann auf's neue.

"Ich habe dir ein Geschenk mitgebracht. Hier, schau," sagte er erfreut und überreichte seiner Frau den roten Rosenstrauß und die Karte mit dem selbstgeschriebenen Text und den selbstgemalten Herzen in kugelschreiber Blau. Hannah freute sich sehr und besorgte gleich eine riesengroße Vase aus Glas für den Rosenstrauß. Den Rosenstrauß stellte sie auf den Esszimmertisch. Nun las sie die Karte. "Danke Wilhelm ! Ich habe mich sehr über dein Geschenk gefreut! Lass uns nun zu Abend essen. Ich habe dir dein Lieblingsessen gekocht: es ist Spaghetti mit Tomatensoße. Der Tisch ist auch schon gedeckt, wie du siehst." Beide aßen jetzt zusammen ihr Lieblingsgericht. Marissa war natürlich mit dabei. Nach dem Essen war die Kleine wieder verschwunden.

Es dauerte nicht lange und da lief der Fernseher. Es gab Sport und das Ehepaar Müller sah sich die laufende Sportschau im Fernseher an. Dazu tranken beide ihr bevorzugtes Getränk: einen heißen Kakao. Hannah Müller umarmte ihren Mann eng und leidenschaftlich und gab ihm einen Kuss. "Danke, dass du mir Rosen mitgebracht hast. Ich bin noch so verliebt, wie vor 15 Jahren," gestand sie ihrem Mann. Lange hielten sich beide in der Umarmung gefangen und interessierten sich nicht mehr für die Sportschau im Fernseher.